FALCONTHERM
Thermografie aus der Luft
Wärmebildaufnahmen zur Erkennung von Wärmeverlust, Feuchtigkeit und elektrischen Fehlstellen – bis hin zum vollständigen 3D-Modell mit Thermodaten.
WAS WIR ERKENNEN
Probleme sichtbar machen, bevor sie teuer werden
Wärmebildkameras aus der Luft zeigen, was mit bloßem Auge unsichtbar bleibt: Wärmebrücken und Dämmschwächen an Fassade und Dach, Feuchtigkeit unter der Oberfläche, überhitzte Anschlüsse in PV-Anlagen und elektrische Fehlstellen – frühzeitig erkannt, bevor daraus teure Schäden werden.
LEISTUNGSSTUFEN
Drei Stufen, je nach Bedarf
Fotos
Hochauflösende Luftbilder zur visuellen Inspektion ·
Thermografie
Wärmebildaufnahmen zur Erkennung von Wärmeverlust, Feuchtigkeit und elektrischen Fehlstellen ·
3D + Thermografie
3D-Modell kombiniert mit Wärmebilddaten für die vollständige technische Analyse ·
PREIS
ab 0,80€ pro m²
Je nach Leistungsstufe und Fläche – Mindestpreis 250 € pro Einsatz, individuelle Schätzung im Kalkulator.
Inspektion · 33 Fragen
Häufige Fragen zur Thermografie
Wann eine Messung aussagekräftig ist, was erkannt wird und wo das Verfahren an Grenzen stößt.
Grundlagen
Temperaturunterschiede an der Oberfläche — und aus ihnen lassen sich Rückschlüsse auf das ziehen, was dahinter liegt. Eine ungedämmte Betonstütze leitet mehr Wärme nach außen als die Wand daneben und zeichnet sich deshalb im Wärmebild ab. Eine überhitzte Klemmstelle in einer PV-Anlage glüht förmlich.
Der entscheidende Satz steht in Frage 04, und er gehört an den Anfang jedes Gesprächs: Die Kamera zeigt Temperatur. Alles andere ist Interpretation — und die ist die eigentliche Leistung.
Jeder Körper gibt Infrarotstrahlung ab, deren Intensität von seiner Temperatur abhängt. Die Kamera misst diese Strahlung und rechnet sie in ein Bild um, in dem jeder Bildpunkt einen Temperaturwert trägt.
Wichtig für das Verständnis der Grenzen: Die Kamera sieht nicht durch Wände. Sie sieht ausschließlich die Oberfläche — dort allerdings sehr genau, und das genügt, weil sich dahinterliegende Schwachstellen an der Oberfläche abbilden.
- Fotos — Hochauflösende Luftbilder zur visuellen Inspektion. Für sichtbare Schäden: gelöste Ziegel, Risse, verstopfte Rinnen, Sturmschäden.
- Thermografie — Wärmebilder zusätzlich. Für alles, was sich der Sicht entzieht: Wärmebrücken, Dämmschwächen, elektrische Fehlstellen.
- 3D + Thermografie — Beides in ein maßstäbliches Modell überführt. Jede Auffälligkeit ist verortet und messbar, nicht nur abgebildet.
Die dritte Stufe lohnt sich vor allem dann, wenn das Ergebnis Grundlage für eine Ausschreibung oder eine Sanierungsplanung wird: Ein Befund, der sich im Modell verorten und in Quadratmetern ausdrücken lässt, ist etwas anderes als ein Bild mit einem roten Fleck.
Ein Thermogramm ist eine Momentaufnahme der Oberflächentemperatur. Es ist kein Röntgenbild, kein Feuchtemessgerät und kein Nachweis eines Bauschadens.
Was es leistet: Es zeigt, wo es sich lohnt, genauer hinzusehen — zuverlässig, flächendeckend und ohne dass jemand die Fassade abtasten müsste. Was es nicht leistet: die Ursache benennen. Ein kalter Fleck kann eine Dämmlücke sein, eine Durchfeuchtung, ein Luftzug oder schlicht ein anderes Material.
Deshalb liefern wir Befunde mit Einordnung, nicht bunte Bilder mit Ausrufezeichen. Wer Thermografie als Beweis verkauft, verkauft etwas, das sie nicht ist.
Vom Boden aus sehen Sie die unteren Geschosse — und die auch nur im flachen Blickwinkel, was bei Thermografie ein Problem ist: Je schräger der Blick auf eine Fläche, desto stärker stören Reflexionen die Messung.
Aus der Luft lässt sich jede Fläche annähernd senkrecht aufnehmen, auch das fünfte Obergeschoss und die gesamte Dachfläche. Bei Flachdächern und Aufdach-PV ist die Luftaufnahme ohnehin die einzige praktikable Möglichkeit, ohne das Dach zu betreten.
Die Verbindung aus beiden Verfahren: Aus den Luftbildern entsteht photogrammetrisch ein maßstäbliches 3D-Modell des Gebäudes (das Verfahren dahinter beschreibt FalconScan), auf das die Wärmebilddaten aufgelegt werden.
Der Unterschied in der Praxis: Statt „irgendwo an der Nordfassade ist eine Wärmebrücke“ steht dann fest, an welcher Achse, in welcher Höhe und über wie viele Quadratmeter. Das ist der Punkt, an dem aus einer Beobachtung eine Position im Leistungsverzeichnis wird.
Wann gemessen werden kann
Nein — und das ist der wichtigste Unterschied zwischen einer belastbaren Thermografie und einem hübschen Falschfarbenbild.
Eine Gebäudethermografie braucht bestimmte Bedingungen, sonst misst sie nichts Verwertbares. Die wichtigsten:
- Temperaturunterschied innen zu außen ≥ 15 K
- stabil beheizt seit mindestens 12 h
- Jahreszeit Nov – März
- Tageszeit früh morgens
- keine Sonneneinstrahlung, trocken, wenig Wind
Wer Ihnen im Juli mittags eine Gebäudethermografie anbietet, verkauft Ihnen ein Bild, aus dem sich nichts ableiten lässt. Für PV-Anlagen gelten andere, teils gegenteilige Bedingungen — siehe Frage 23.
Weil Thermografie Wärmeströme sichtbar macht, und ein Wärmestrom entsteht nur bei einem Gefälle. Ist es innen so warm wie außen, fließt keine Wärme durch die Wand — und die beste Kamera zeigt eine gleichmäßig temperierte Fassade, auf der auch eine gravierende Dämmlücke unsichtbar bleibt.
Als Faustregel: Unterhalb von etwa 5 Kelvin Unterschied ist eine Aufnahme praktisch wertlos. Zwischen 10 und 15 Kelvin wird sie brauchbar, darüber gut. Deshalb terminieren wir nach Wetterlage und nicht nach Kalender.
Weil nur dann zuverlässig geheizt wird und der nötige Unterschied zur Außenluft entsteht. In der Praxis heißt das November bis März — in einer milden Woche im Dezember kann es zu warm sein, in einer kalten Nacht im Oktober schon passen.
Das ist auch eine Planungsfrage für Sie: Wer im Frühjahr sanieren will, sollte die Thermografie im Winter davor beauftragen. Wer im Sommer anfragt, bekommt von uns einen Termin im Herbst — und die ehrliche Auskunft, dass es vorher keinen Sinn hat.
Wegen der Sonne. Eine Fassade, auf die tagsüber Sonne gefallen ist, speichert diese Wärme und gibt sie über Stunden wieder ab — das überlagert jeden bauphysikalischen Effekt und macht das Bild unbrauchbar.
In den frühen Morgenstunden ist die Fassade über Nacht ausgekühlt und wird noch nicht von der Sonne aufgeheizt. Deshalb fliegen wir vor Sonnenaufgang, und deshalb ist eine seriöse Gebäudethermografie kein Termin für elf Uhr vormittags.
Vor allem eines: gleichmäßig heizen. Das Gebäude sollte mindestens zwölf Stunden vor der Messung normal und stabil beheizt sein — keine Nachtabsenkung in dieser Nacht, keine abgestellten Heizkörper in einzelnen Räumen.
Weiter hilfreich: Rollläden und Jalousien in der Nacht vor der Messung geschlossen lassen wie üblich, Fenster nicht dauerhaft gekippt. Und bei Mehrfamilienhäusern die Bewohner vorab informieren — dazu mehr in Frage 28.
- Zu geringe Temperaturdifferenz — der häufigste Grund für eine Verschiebung
- Sonneneinstrahlung, auch wenige Stunden vorher
- Regen und Nässe — eine feuchte Fassade kühlt durch Verdunstung und zeigt Effekte, die es bauphysikalisch nicht gibt
- Wind — kühlt die Oberfläche ab und verwischt die Unterschiede; zusätzlich ein Flugthema
- Nachtabsenkung oder ungleichmäßiges Heizen
Wir sagen einen Termin lieber ab, als unter falschen Bedingungen zu fliegen. Ein Bild, das nichts aussagt, kostet Sie dasselbe wie eines, das etwas aussagt — nur nützt es nichts.
Am Gebäude
Typischerweise: Wärmebrücken an Geschossdecken, Fensterlaibungen, Balkonplatten und Attiken. Fehlstellen und Lücken in der Dämmung, auch verrutschte Dämmplatten hinter einem WDVS. Undichte Anschlüsse an Fenstern und Türen. Fehlende oder zusammengesackte Dämmung im Dachbereich.
Bei Bestandsgebäuden vor einer Sanierung ist das der schnellste Weg, um zu sehen, wo sich eine Maßnahme lohnt — und wo nicht. Flächendeckend, ohne Bauteilöffnung.
Nicht direkt — und dieser Punkt wird von vielen Anbietern verschwiegen. Eine Wärmebildkamera misst Temperatur, nie Feuchte.
Was sie zeigt: Feuchte Bereiche kühlen durch Verdunstung ab und haben eine andere Wärmekapazität als trockene. Beides bildet sich als Temperaturunterschied ab. Aus diesem Muster lässt sich eine Durchfeuchtung mit hoher Wahrscheinlichkeit erschließen — bewiesen ist sie damit nicht.
Der Nachweis erfolgt anschließend mit einer Feuchtemessung an der auffälligen Stelle. Genau dafür ist die Thermografie da: Sie sagt Ihnen, wo Sie messen müssen, statt dass Sie ein Dach auf gut Glück in ein Raster aufteilen.
Das ist einer der stärksten Anwendungsfälle. Nasse Dämmung speichert Wärme anders als trockene: Nach einem sonnigen Tag kühlt das Dach über Nacht aus, die durchfeuchteten Bereiche halten die Wärme länger und zeichnen sich am Abend deutlich ab.
Die praktische Bedeutung: Ein Flachdach wird oft komplett saniert, weil niemand weiß, wie weit die Durchfeuchtung reicht. Mit einer thermografischen Kartierung lässt sich der betroffene Bereich eingrenzen — und manchmal ist eine Teilsanierung möglich, wo sonst das ganze Dach abgetragen worden wäre.
Hinweis zum Zeitpunkt: Diese Messung läuft anders als die Gebäudethermografie, nämlich abends nach einem sonnigen Tag statt morgens im Winter.
Nein. Schimmel selbst ist thermografisch nicht sichtbar.
Sichtbar sind seine Voraussetzungen: kalte Oberflächen, an denen die Raumluftfeuchte kondensiert. Wärmebrücken in Raumecken, hinter Möbeln an Außenwänden, an Fensterlaibungen. Wo eine Oberfläche dauerhaft unter die Taupunkttemperatur fällt, ist Schimmel eine Frage der Zeit.
Für diese Beurteilung wird allerdings von innen gemessen — aus der Luft lässt sich die Außenseite beurteilen, nicht die Innenoberfläche. Wir sagen Ihnen, wenn Ihre Fragestellung eine Innenmessung erfordert.
Der wichtigste Faktor heißt Emissionsgrad — er beschreibt, wie gut eine Oberfläche Wärmestrahlung abgibt. Putz liegt bei etwa 0,95 und ist unproblematisch. Blankes oder poliertes Metall liegt bei 0,05 und ist thermografisch praktisch nicht messbar: Es strahlt kaum selbst, sondern spiegelt die Umgebung.
Daraus folgen die praktischen Grenzen:
- Metallfassaden, blanke Bleche und Aluminiumverkleidungen
- Glasflächen — sie spiegeln den Himmel, nicht ihre eigene Temperatur
- sehr flache Blickwinkel, bei denen Reflexionen zunehmen
- nasse Oberflächen und Reifbildung
Wo der Emissionsgrad unsicher ist, wird auch die Temperaturangabe unsicher. Solche Flächen weisen wir als eingeschränkt beurteilbar aus, statt eine Zahl zu nennen, die nicht trägt.
Nein. Die Gebäudethermografie nach DIN EN 13187 ist ausdrücklich ein qualitatives Verfahren: Sie weist Wärmebrücken nach und lokalisiert Schwachstellen. Sie liefert keinen U-Wert und keine Kilowattstunden.
Wer Ihnen aus einem Wärmebild eine Einsparprognose in Euro rechnet, überdehnt das Verfahren. Für Kennwerte und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen brauchen Sie eine Energieberatung — die Thermografie liefert dafür eine sehr gute Grundlage, ersetzt sie aber nicht. Siehe Frage 26.
An der PV-Anlage
Elektrische Fehler bilden sich als Wärme ab — deshalb ist die Thermografie hier besonders aussagekräftig. Typische Befunde:
- Hotspots — einzelne überhitzte Zellen
- defekte Bypassdioden, erkennbar an ganzen überhitzten Modulabschnitten
- ausgefallene Module und Strings
- Anschluss- und Klemmstellenfehler, auch am Generatoranschlusskasten
- PID — potenzialinduzierte Degradation
- Zellrisse und starke Verschmutzung
Der wirtschaftliche Punkt: Ein einzelnes defektes Modul in einem String zieht den Ertrag des gesamten Strings herunter. Über den Wechselrichter sehen Sie, dass etwas fehlt — nicht, wo.
Eine einzelne Zelle, die nicht mehr Strom liefert, sondern ihn in Wärme umsetzt — ausgelöst durch einen Zelldefekt, einen Mikroriss oder dauerhafte Teilverschattung.
Die Folge ist doppelt unangenehm: Der Ertrag sinkt, und die lokale Überhitzung schädigt das Modul dauerhaft. Im ungünstigsten Fall entsteht daraus ein Brandrisiko. Genau deshalb ist die thermografische Prüfung kein Ertragsthema, sondern ein Sicherheitsthema — und für Betreiber größerer Anlagen regelmäßig auch ein Versicherungsthema.
Maßgeblich ist DIN IEC/TS 62446-3 (VDE V 0126-23-3). Sie legt fest, wie eine thermografische Prüfung von PV-Anlagen durchzuführen und zu dokumentieren ist — einschließlich der zulässigen Umgebungsbedingungen wie Einstrahlung, Temperatur und Wind sowie der Anforderungen an die Messgenauigkeit der verwendeten Kamera.
Der Nutzen für Sie: Ein Prüfbericht nach dieser Norm ist gegenüber Versicherern, Betreibern und im Gewährleistungsfall belastbar. Ein Wärmebild ohne Normbezug ist ein Bild.
Für Aufdachanlagen im Bestand hat sich ein Rhythmus von zwei bis vier Jahren bewährt, bei gewerblichen Anlagen und Freiflächen eher jährlich. Zusätzlich sinnvoll sind Prüfungen zu drei konkreten Anlässen:
- nach der Inbetriebnahme, solange Gewährleistungsansprüche bestehen
- vor Ablauf der Gewährleistung
- nach Hagel, Sturm oder Blitzeinschlag in der Nähe
Der zweite Punkt wird am häufigsten übersehen. Wer einen Defekt erst nach Ablauf der Gewährleistung findet, zahlt ihn selbst.
Hier gilt fast das Gegenteil der Gebäudethermografie: Die Anlage muss unter Last stehen, also Strom produzieren. Ohne Einstrahlung erzeugt ein Defekt keine Wärme und bleibt unsichtbar.
Gebraucht werden deshalb ausreichende Sonneneinstrahlung, ein klarer und stabiler Himmel ohne wechselnde Bewölkung sowie wenig Wind, der die Module gleichmäßig kühlen und Unterschiede verwischen würde.
Praktisch heißt das: PV-Thermografie findet im Sommerhalbjahr um die Mittagszeit statt — genau dann, wenn eine Gebäudethermografie sinnlos wäre. Beides in einem Termin zu erledigen, funktioniert nicht.
Ergebnis, Recht und Datenschutz
Einen Bericht, in dem jedes Thermogramm dem zugehörigen Normalbild gegenübersteht, mit den Messbedingungen des Termins — Außentemperatur, Innentemperatur, Wind, Uhrzeit und Kameraparameter. Diese Protokollierung ist kein Beiwerk: Ohne sie lässt sich ein Thermogramm später nicht nachvollziehen und nicht mit einer zweiten Messung vergleichen.
Dazu die Befunde mit Einordnung: was auffällig ist, wie sicher die Beurteilung ist und was als nächster Schritt sinnvoll wäre.
Sie erhalten einen Prüf- und Befundbericht: dokumentierte Messungen unter protokollierten Bedingungen, mit fachlicher Einordnung jedes Befunds. Für Planung, Ausschreibung, Abnahme und die Entscheidung über den nächsten Schritt ist das genau die Grundlage, die Sie brauchen.
Ein Gutachten im rechtlichen Sinn — mit Ursachenfeststellung, Verantwortlichkeit und Sanierungsempfehlung — erstellt ein Bausachverständiger. Beides arbeitet gut zusammen: Unsere Befunde sind für ihn eine belastbare Grundlage und ersparen ihm die flächige Suche.
Wenn Ihre Fragestellung ein Gutachten erfordert, sagen wir Ihnen das im Vorgespräch — damit Sie den richtigen Weg gehen und nicht zweimal beauftragen.
Nein, und es soll es auch nicht. Eine Energieberatung bewertet das Gebäude rechnerisch, erstellt Sanierungsvarianten und ist Voraussetzung für viele Förderungen. Die Thermografie liefert dafür den Blick auf den tatsächlichen Ist-Zustand.
Beides ergänzt sich gut: Die Berechnung sagt, was ein Bauteil leisten sollte. Das Wärmebild zeigt, was es tatsächlich tut — einschließlich der Ausführungsfehler, die in keiner Berechnung stehen.
Als Indiz einiges, als Beweis wenig — und der Unterschied entscheidet sich an der Dokumentation.
Ein Wärmebild ohne protokollierte Messbedingungen ist im Streit kaum zu gebrauchen: Die Gegenseite wird fragen, wie warm es innen war, ob die Sonne vorher darauf stand und welcher Emissionsgrad eingestellt war. Ein Bericht, der diese Angaben enthält, hält solchen Fragen stand.
Deshalb protokollieren wir die Bedingungen jeder Aufnahme. Ob ein Befund am Ende gerichtsfest ist, entscheidet ein Sachverständiger — aber eine sauber dokumentierte Messung ist die Voraussetzung dafür, dass er überhaupt etwas damit anfangen kann.
Ein Wärmebild einer Wohnfassade kann mehr zeigen, als vielen bewusst ist — etwa welche Wohnungen beheizt sind und welche nicht. Deshalb ist Thermografie an Wohngebäuden datenschutzrechtlich nicht folgenlos, auch wenn keine Person abgebildet ist.
Grundsätzlich zulässig ist sie, wenn eine Interessenabwägung stattgefunden hat. Entscheidend ist, dass bei der Auswertung keine Rückschlüsse auf einzelne Wohneinheiten gezogen werden können. Datenschutzbehörden erwarten zudem, dass Bewohner vorab informiert werden und eine Widerspruchsmöglichkeit erhalten.
Unser Vorgehen: Bei Mehrfamilienhäusern stimmen wir mit Ihnen ab, wie die Bewohner informiert werden, werten wohnungsbezogen nicht aus und geben Aufnahmen nicht an Dritte. Für Eigentümergemeinschaften und Hausverwaltungen ist das der Punkt, an dem eine Beschwerde entsteht oder eben nicht.
Wir sind für die spezielle Kategorie zugelassen und halten die Fernpilotenzeugnisse für die Standardszenarien STS-01 und STS-02. Für Thermografie an Wohngebäuden ist das besonders relevant, weil dort regelmäßig über Bereiche geflogen werden muss, in denen sich Unbeteiligte aufhalten könnten.
Zusätzlich gilt § 21b Abs. 1 Nr. 7 LuftVO: Über Wohngrundstücken darf eine Drohne mit Aufnahmefähigkeit nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Eigentümer betrieben werden. Bei Ihrem eigenen Gebäude erteilen Sie sie; grenzt der Einsatz an fremde Wohngrundstücke, holen wir sie vorab schriftlich ein.
Ein praktischer Punkt zur Tageszeit: Weil Gebäudethermografie vor Sonnenaufgang stattfindet, ist ein Teil der Flüge bei Dunkelheit — auch das ist in der Planung berücksichtigt.
Ablauf und Kosten
Zieldefinition und Wahl der Leistungsstufe, Prüfung von Luftraum und Zustimmungen, Terminfenster nach Wetterlage, Abstimmung der Heizbedingungen mit Ihnen, Befliegung, Auswertung, Übergabe des Berichts.
Der Schritt, den es bei den anderen Leistungen nicht gibt, ist das Terminfenster. Wir vereinbaren keinen festen Tag, sondern einen Zeitraum, und entscheiden kurzfristig nach Wetterlage — anders ist eine belastbare Messung nicht zu haben.
Die Befliegung selbst ist kurz — bei einem einzelnen Gebäude meist unter einer Stunde, weil das Zeitfenster mit den richtigen Bedingungen ohnehin begrenzt ist.
Den größeren Teil macht die Auswertung aus: Jedes auffällige Thermogramm muss dem Normalbild zugeordnet, auf Reflexionen und Emissionsgradfehler geprüft und eingeordnet werden. Das ist die Arbeit, die aus Bildern einen Befund macht.
Ab 0,80 € pro Quadratmeter, bei einem Mindestpreis von 250 € pro Einsatz. Der Quadratmeterpreis richtet sich nach der Leistungsstufe: reine Luftbilder liegen am unteren Ende, die Kombination aus 3D-Modell und Thermodaten am oberen.
Der Mindestpreis erklärt sich aus dem Aufwand, der unabhängig von der Fläche anfällt: Anfahrt zu einer ungewöhnlichen Uhrzeit, Aufbau, und vor allem die Auswertung. Eine erste Einordnung liefert der Kostenrechner auf unserer Startseite.
Am klarsten in vier Situationen:
- Vor einer Sanierung — um zu wissen, wo eine Maßnahme wirkt, statt pauschal zu dämmen
- Nach einer Sanierung — um zu prüfen, ob die Ausführung hält, was die Planung versprochen hat
- Bei unklaren Feuchteschäden — um die betroffene Fläche einzugrenzen statt das ganze Bauteil zu öffnen
- An PV-Anlagen — regelmäßig, und unbedingt vor Ablauf der Gewährleistung
Der zweite Punkt wird selten genutzt und ist oft der wertvollste: Eine Abnahmethermografie nach einer Fassadensanierung zeigt Ausführungsfehler, solange sie noch jemand anders beheben muss.
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